integrierte projektarbeit | 4. semester

Einer der Schwerpunkte der Lehre des IBBTE ist das „Integrierte Projekt" im vierten Semester, bei dem die Studierenden in Teams ein Entwurfsprojekt von den ersten Ideenskizzen bis zum 1:1-Detail durcharbeiten. Dabei werden die architektonischen Konzepte auch unter bauphysikalischen, material- und gebäudetechnischen Aspekten betrachtet und entwickelt. Die Studierenden lernen, die Grundlagen ihres Projektes ermitteln, unterschiedliche Bedingungen und Anforderungen an ein Gebäude zu erkennen, daraus Ziele zu formulieren, Konzepte zu entwickeln und zu einem funktionierenden, haltbaren, schönen Ganzen, einem architektonischen Entwurf zu fügen. Dafür stehen die beteiligten Institute IBK2, ITKE und IBBTE.

Gründend auf den Vorlesungen und Übungen der ersten Semester fließen in der integrierten Projektarbeit erstmals vielfältige und unterschiedliche Aspekte in einen gemeinsamen Entwurf ein. Erst das Entwerfen bis ins Detail ermöglicht die Umsetzung von architektonischen Gedanken und Konzepten, die dann in professioneller Weise in Form von Werkplänen und großmaßstäblichen Modellen präsentiert werden. Die Darstellung des Arbeitsprozesses und der Entwicklungsstufen des Projekts sind ebenfalls Teil der Aufgabe. In intensiven fachlichen Betreuungen, werden die Studierenden trainiert, ihr Projekt zielgerichtet und umfassend zu entwickeln, zu entwerfen. Kooperationsbereitschaft, Teamfähigkeit und Fleiß sind hierfür Voraussetzung.

Die Studierenden erwerben sich ein Verständnis für das Zusammenwirken der Subsysteme Tragwerk, Hülle, Ausbau und Gebäudetechnik zum Gesamtsystem Bauwerk und sind in der Lage, sich kritisch mit den Ergebnissen in Hinsicht auf die Konzeption und Übereinstimmung von Konstruktion, Funktion und Gestalt auseinanderzusetzen. Dabei lernen sie das Entwerfen und Konstruieren als einen integrierenden Planungsprozess von häufig divergierenden Anforderungen und sich widersprechenden Sachverhalten, also Zielkonflikten kennen und üben Entscheidungen durch Werten und Abwägen.

Sie lernen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten erkennen und sinnvoll im Gesamtprojekt berücksichtigen. Sie können unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten unter verschiedenen Gesichtspunkten wie z.B. der Logik, der Wirtschaftlichkeit, der Funktionalität oder der Nachhaltigkeit bewerten und auswählen.

Durch die Integration der Inhalte der Fächer Baukonstruktion (IBK2), Tragkonstruktion (ITKE), Gebäudetechnik, Baustofflehre und Bauphysik (IBBTE) bei der Planung und Bearbeitung des Projektes, erarbeiten sich die Studierenden die Lehrinhalte dieser Fächer praxisnah. Über die Arbeit in Kleingruppen können sie wichtige Schlüssel- kompetenzen wie Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz, Methodenkompetenz und Präsentationsfertigkeiten erwerben und üben.

Bauphysik 1.3

Ziel der Übung ist die bauphysikalische Entwicklung eines Gebäudekonzeptes im Hinblick auf Material, Technik und Konstruktion, u.a. in Form eines Klima- und Energiekonzeptes. Die Wechselwirkungen zwischen Gebäude und Umwelteinflüssen bzw. -ressourcen werden hinsichtlich Energieeffizienz, Aufenthaltsqualität, Wärme- und Feuchteschutz, Schallschutz und Raumakustik als architektonisch relevant erkannt. Die Bauphysik soll dabei als Entwurfsinstrument begriffen und angewandt werden.

Baustofflehre 1.2

Durch eigene Erfahrung wird die besondere Bedeutung von Baustoffen und Materialien für das architektonische Gesamtergebnis erkannt, in möglichst großer Breite bearbeitet und im Prozess dargestellt. Die Wechselwirkungen mit Gebäudetechnik, Bauphysik, Tragwerk und Konstruktion werden an der eigenen Entwurfsarbeit vertieft bearbeitet: Materialentscheidungen sind Entwurfsentscheidungen, die wesentlich die architektonische Qualität von Raum und Gebäude bestimmen.

Gebäudetechnik 1.2

In diesem Teil der integrierten Projektarbeit geht es um die grundlegende Erarbeitung, Weiterentwicklung und vor allem auch die Darstellung der eigenen Konzeptüberlegungen und -entscheidungen, z.B. zu einem Energie-, Lüftungs- oder Lichtkonzept. Dabei kommt einer angemessenen Breite der Betrachtung besondere Bedeutung zu. Inhalt und Ergebnis der Übung ist die integrative Erarbeitung und Darstellung von gebäudetechnologischen Entwürfen für Raum und Gebäude.